Der verlogene Heurige & andere Kalamitäten
„Restaurants sind Gelegenheiten, wo Wirte grüßen, Gäste bestellen und Kellner essen.“ — Karl Kraus
Bühnenpartner
Besetzung
Zum Inhalt
Wie uns das Leben den Garaus machen kann, noch bevor es eigentlich zu Ende ist, davon handeln die Geschichten des heutigen Abends – von den kleineren und größeren Kalamitäten rund um die Grundbedürfnisse der leiblichen und seelischen Existenz. Vom Gegenüber (Anton Kuh), von den Abscheulichkeiten der Sprache (Karl Kraus), von schlechter Bedienung (Alfred Polgar), vom zu Guten und zu Vielen (Friedrich Torberg), vom zu Schlechten und zu Wenigen (Ernst Jandl), von verlorenen Träumen (Felix Salten), von der Begierde (Peter Altenberg) und überhaupt von allerlei Schicksalsschlägen. Oder auch einfach nur vom Pech.
Doch lasst nicht alle Hoffnung fahren! Dort, wo sich der Spaß aufhört, liegt nur das eine Ende der göttlichen Komödie: Die Hölle des Alltags. Das andere ist der Himmel der Unbeteiligten. Und den bevölkern Sie, geschätztes Publikum! Wofür zahlen Sie schließlich Eintritt? Dafür nämlich, dass Sie sich zwei Stündchen zurück lehnen, dem Schicksal über die Schulter schauen können und ihm nicht, wie sonst hilf- und rat- und völlig witzlos ausgeliefert sind.
— Karl Markovics, Wien, 2018
Stimmen
— Karl Markovics
ABEND VOLLER GESCHMACK
Musikalisch-literarischer Streifzug durch die kulinarische Genusswelt mit Karl Markovics und den „Oö. Conzert-Schrammeln" in Lafnitz.
Liebe in jeglicher Form geht bekanntlich durch den Magen. Das zeigte auch „Der verlogene Heurige & andere Kalamitäten". Mit einem literarischen Potpourri - zu-
sammengesetzt aus pointiert gewürzten Texten von H.C. Artmann bis Friedrich Torberg, gab der renommierte und mehrfach preisgekrönte Schauspieler
Karl Markovics bei seinem Gastspiel im vollbesetzten Kultursaal in Lafnitz eine Liebeserklärung an die Gaumenfreuden ab.
Die Zelebration des Essens und Trinkens hatte im klug gewählten Arrangement der Texte aber eine soziale Sprengkraft, schauten die jeweiligen Autoren ihren Protagonisten dabei nämlich im wahrsten Sinne des Wortes aufs Maul.
Markovics erweckte mit seinem großartigen schauspielerischen Können und sprachlicher Brillanz, die sich besonders im urwienerischen Idiom manifestierte, die einzelnen Charaktere plastisch zum Leben, musikalisch famos untermalt von den „OÖ. Conzert-Schrammein", die originale Schrammelmusik auf hohem kammermusikalischem Niveau lieferten. Vom Publikum gab es stehende Ovationen.
Von Franz Brugner, Kleine Zeitung, September 2026