Warten und Lauschen …

Advent, die stimmungsvolle Zeit des Wartens, was wäre sie ohne jene Geschichten und Gedichte, die uns ein Leben lang begleiten, die Dramatik der kindlichen Erinnerungen an den Heiligen Abend in unseren Herzen Jahr für Jahr wieder von Neuem entstehen lassen?

Bühnenpartner

Peter Simonischek , Stimme
Brigitte Karner , Stimme

Besetzung

Peter Gillmayr — 1. Violine
Kathrin Lenzenweger — 2. Violine
Christoph Lenz — Viola
Judith Bik — Violoncello

Exklusives Booking

für Österreich, Deutschland und die Schweiz:

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Gerold Merkle

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Germany

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Advent

Advent, die stimmungsvolle Zeit des Wartens, was wäre sie ohne jene Geschichten und Gedichte, die uns ein Leben lang begleiten, die Dramatik der kindlichen Erinnerungen an den Heiligen Abend in unseren Herzen Jahr für Jahr wieder von Neuem entstehen lassen?

 

Warmherzig, abwechslungsreich und voll Spannung liest das Künstlerehepaar Brigitte Karner und Peter Simonischek Dialoge von Erich Kästner, Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Rainer Maria Rilke, von österreichischen Volksdichtern bis zu russischen Adventgeschichten. Ihre behutsame Art des Vortrags regt – das Geheimnis des Weihnachtszaubers bewahrend – den Zuhörer an zur Besinnung, gibt der Vorfreude auf das Fest der Feste seinen gebührenden Raum.

Weihnachten, wie es früher war und Weihnachten, wie es dieses Jahr sein wird – diese hoffnungsfrohe Stimmung und freudige Erwartung wird durch die Auswahl der Geschichten eingefangen und verstärkt. Das Wunder von Weihnachten rückt wieder in den Mittelpunkt – berührend und voll Sehnsucht.

Streichquartett Sonare Linz

Die Stimmführer des Ensemble Sonare Linz sind Mitglieder der Österreichischen Salonisten, Lehrer im OÖ. Landesmusikschulwerk sowie Kammer- und Orchestermusiker. Auftritte und Programme im gesamten deutschsprachigen Raum bei renommierten Festivals u.a. mit Julia Stemberger, Karl Markovics, Wolfgang Böck, Fritz Karl, Nina Proll, Klaus Maria Brandauer, Cornelia Horak, Christoph Wagner-Trenkwitz, u.a.

Stimmen

Weihnachten kann auch einfach mal erzählt werden

Musik. Peter Simonischek und Brigitte Karner haben die Zeit des Wartens mit Geschichten zum Fest verkürzt. Von Ingrid Sachsenmaier

Mit Weihnachten verbindet jeder von uns Gefühle, persönliche Geschichten, den Wunsch nach Geborgenheit. Weihnachten erzählen ist, von Weihnachten erzählen, das Fest in Episoden einfangen, über Ländergrenzen hinweg. Jede Epoche, jede Zeit hat Weihnachten geprägt. Und doch geht es immer um die Geburt, die Metapher der Herbergssuche, den Wunsch nach einem Zuhause, Geborgenheit, ums Verstanden und Angenommen werden, um Kinder, Familienbande, oft auch Einsamkeit und sehr oft um anrührende Momente. Meist spielen diese Erzählungen in der Christnacht, die Erinnerungen gehen zurück an den Heiligen Abend.
„Warten und Lauschen“ war im Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle all das. Peter Simonischek und seine Frau Brigitte Karner haben das Programm zusammengestellt und sich dazu Musik an die Seite geholt. Das Streichquartett „Sonare Linz“ hat sich zwischen den Texten mit Arrangements von bekannten Weihnachtsliedern und festlicher Musik eingebracht. Eine sehr wohltuende Kombination – nichts Aufgeregtes, keine Gefühlsduselei, keine Schnörkel. Weihnachten, so wie es passiert ist. Peter Simonischek und Brigitte Karner betreten die Bühne und setzen sich an einen nüchternen Funktions-Tisch, der mit einem weißen Tischtuch bedeckt ist. Simonischek zündet eine weiße Kerze an, die Musiker beginnen mit dem Stück „Es ist ein Ros entsprungen.“
Es gibt keine Weihnachts-Deko. Musik und Text genügen, um weihnachtliche Stimmung in den Saal zu holen. Schnell ist die Hektik ausgeblendet, der Saal wird ruhig. Peter Simonischek beginnt mit „Wir gingen nachts gen Bethlehem, es schneite stark.“ Ein Klischee, aber in dem Fall nicht kitschig. „Er erfreute“ lautet der Schluss- Satz der Geschichte. Er sollte eigentlich für jedes Kind gelten. Brigitte Karner blendet in der Geschichte vom Senf, dem verschwundenen Felix und seiner Rückkehr nach fünf Jahren zurück in eine Zeit, wo viele Dinge noch nicht selbstverständlich waren und Gefühle zurückgehalten wurden. Von 1927 bis 1932 war es so, in der Zeit spielte das Essay. Peter Rossegger, er starb 1920, beleuchtet das Vater-Sohn und –Mutter-Verhältnis und die Sehnsucht nach Liebe. „Kinder muss man lieb haben, wenn etwas aus ihnen werden soll.“ Ein Satz, der weit über Weihnachten hinausgeht. Auch die Botschaft vom Krippenspiel, in dem der Herbergsvater Maria und Josef partout nicht abweisen kann und dann zum Engel wird, hat Symbolkraft. Oder die vom irischen Weihnachtswunsch und der Gabe „jene froh zu machen, die man liebt.“ Und dann der kleine Junge im Krankenhaus, dem die Krankheit den Tod schon ins Gesicht geschrieben hat. Von ihm erzählt Brigitte Karner. Er läuft dem Arzt bei dessen letztem Rundgang auf der Station an Heilig Abend hinterher. Mit seinen großen, traurigen Augen schaut er den Mediziner an und wünscht sich: „Bitte sag irgendwem, dass ich hier bin.“
Weihnachten erzählen, das ist vielschichtig. Die beiden Schauspieler Peter Simonischek und Brigitte Karner haben nicht auf bekannte Weihnachtsgeschichten zurückgegriffen und doch Bekanntes erzählt. Am Freitag haben viele Zuhörer im Hölderlinsaal die wunderbaren Stimmen der Beiden genossen – und dazu drei Geigen und ein Cello. Ein gelungenes Miteinander. Man hörte nachdenklich machende und kindlich gefärbte Geschichten rund um Weihnachten und interessante Arrangements von Weihnachtsliedern – Let ist snow, Jingle bells oder „Morgen Kinder wird's was geben.“ Nach zwei Zugaben bläst Brigitte Karner die Kerze aus. Ein wohltuender Abend geht zu Ende, das Warten auf Christkind noch nicht.

— FZ 24.12.2019