OÖ. Concert- Schrammeln

 

Die OÖ. Concert- Schrammeln sind,  1996 gegründet und 2009 neu formiert,  Mitglieder der Österreichischen Salonisten, Lehrer im OÖ. Landesmusikschulwerk sowie Solisten, Kammer- und Orchestermusiker.
Sie spielen originale Schrammelmusik von Johann und Josef Schrammel, Mikulas, Sioly, den Sträußen, Ziehrer, Strohmayer u.a.
Programme und Auftritte im gesamten deutschsprachigen Raum mit Erwin Steinhauer, Agnes Palmisano, Günter Rainer, Wolfgang Böck, Erich Wessner, Franz Suhrada, Barbara Wussow u.a.

Peter Gillmayr  1. Violine     
Kathrin Lenzenweger 
2. Violine
Andrej Serkov 
Harmonika   
Guntram Zauner 
Kontragitarre



TV- LINKS:
http://www.ht1.at/geschehen/Erwin_Steinhauer_in_Meggenhofen-1146.html

PARTNER & Programme:

Die OÖ. Concert- Schrammeln mit Erwin Steinhauer, Wiener Schauspieler

    1. Programm: "Gemeindebau- 4 Uhr früh":
Wem die OÖ. Concert- Schrammeln süß und melancholisch ins Gemüt "raunzen", der fühlt sich sofort zum "Heurigen" im Wiener Weinbaubezirk Grinzing versetzt.Mit "Weana Tanz", Märschen, Walzern und Charakterstücken der Gebrüder Schrammel und deren Zeitgenossen umrahmen sie mit zwei Geigen, Kontragitarre und Schrammelharmonika die skurrilen G`schichten von Qualtinger, Artmann & Co., die sich so nur in Wien abspielen können.
Der Wiener Schauspieler und Kabarettist Erwin Steinhauer ist nicht erst seit der Krimiserie "Polt" eine Fixgröße im deutschsprachigen Raum und versteht es wie kein Zweiter das Wiener Idiom authentischst zu transportieren.

    2. Programm: "Das Glück is a Vogerl":
Erwin Steinhauer singt, begleitet von den OÖ. Concert- Schrammeln, Wiener- und Heurigenlieder, und erzählt dazu G´schichtln rund um Wein und Wien.
Erwin Steinhauer vorzustellen ist müßig, ist er doch als Allrounder, als grandioser Mime in Film, Fernsehen, ob bei den Salzburger Festspielen, am Burgtheater oder am Theater in der Josefstadt, und auch als Kabarettist im gesamten deutschsprachigen Raum anerkannt. Dass seine Rezitationsabende, besonders die mit Geschichten rund um seine Heimatstadt Wien, Generationen begeistert, ist auch bekannt.
Im reiferen Alter hat er nun ein weiteres Talent entdeckt- die Interpretation von Wiener Liedern.  
Seit einigen Jahren tourt Erwin Steinhauer,  lesend und jetzt also auch singend, zusammen mit den OÖ. Concert- Schrammeln in der authentischen Besetzung mit zwei Geigen, Schrammelharmonika und Kontragitarre.

 

Die OÖ. Concert- Schrammeln mit Agnes Palmisano, Wiener Sängerin und Großmeisterin im Wiener "Dudeln".

    Programm: "Auf der Lahmgruabn und auf der Wieden"
 

Kritiken:
 
"Ein Meister der Vortragskunst und vier meisterliche Musiker- Erwin Steinhauer und die Oberösterreichischen Concert-Schrammeln begeistern!
    ...Vor vollen Reihen im Gotischen Kasten bot sich dem Publikum denn auch ein ganz besonderer Abend: Erwin Steinhauer, einer der großen deutschsprachigen Schauspieler, kam extra für wenige Stunden aus Wien, um für den Kulturverein zwei unvergessliche Stunden zu gestalten. Er, ein hoch dekorierter Schauspieler und an allen Wiener Theatern beschäftigt, Kabarettist, Film- und Fernsehdarsteller, hat natürlich ein unerschöpfliches Repertoire zur Verfügung, aus dem er einige Bonbons zum Besten gab, die, obwohl sie teilweise schon vor Jahrzehnten geschrieben wurden, auch sehr gut einen Querschnitt durch die Gesellschaft unserer Tage geben könnten oder die menschlichen Unzulänglichkeiten augenzwinkernd zur Schau stellen.
Erwin Steinhauer, ein Meister der Vortragskunst, liest hin und wieder mit entsprechender Betonung und einer Mimik, die kaum merklich alles aussagt, was zu sagen ist; durch sparsamste Gesten ergänzt er seine Lektüre. Da kann man sich dann nur bequem zurücklehnen und freudig genießen, was gerade geboten wird. Das Publikum weiß es und zollt begeisterten Beifall.
Geschichten vom Nowak wie „Viere is, angsoff’n bist, wo woarst?" erheiterten durch ihre sprudelnde Kreativität, und Anekdoten um Opernsänger Leo Slezak, den Kabarettisten Armin Berg oder den schwerhörigen Bananenkäufer durften auch nicht fehlen. Es lohnt sich, die Geschichten noch einmal nachzulesen...
      Dazu erklang wunderbare, echte Schrammelmusik zwischen den einzelnen Lesungen. Die Oberösterreichischen Concert-Schrammeln ergänzten Erwin Steinhauer mit bodenständiger Musik, dass es eine Freude war.
     Weit ab vom typischen Heurigen-Schrammel-Gedudel kam hier die ursprüngliche Musik von Josef Schrammel, Mikulas oder Eduard Strauß zur Geltung.
     Es gelang den sympathischen Musikern, ihre Stücke fast kammerspielartig vorzutragen und zur Abrundung der hochklassigen Veranstaltung ihren Teil eindrucksvoll beizutragen.
Erwin Steinhauer ließ es sich nicht nehmen, persönlich die einzelnen Musik-Stücke anzusagen. Etwas Bemerkenswertes war die Tatsache, dass die Musiker vom Vorleser mit Freude und Bewunderung bei ihren Darbietungen beobachtet wurden, wie auch wiederum diese die Geschichten, die Erwin Steinhauer vortrug, schmunzelnd und amüsiert zur Kenntnis nahmen, obwohl sie diese sicher schon mehr als einmal gehört haben - eine respektvolle Höflichkeit von Künstlern untereinander, die Meister ihres jeweiligen Fachs sind. An diesem Abend stimmte einfach alles..."(Kultegg, Eggenfelden, November 2010, Passauer Neue Presse)
 
 
"......Künstlerische Spezialitäten aus Wien-Beim Sonntagsfrühstück bekamen die Zuhörer einen Einblick in Literatur und Schrammelmusik:
Singen 18.9.2011– Der Wiener Schauspieler und Kabarettist Erwin Steinhauer und die „Oberösterreichischen Concert-Schrammeln“ bereiteten dem Publikum beim Sonntagsfrühstück in der Stadthalle ein ausgefeiltes literarisch-musikalisches Menü aus leichter, schwingender Schrammelmusik gespickt mit viel satirischer Wiener Literatur und einer Ausnahme. Die Dornbacher Hetz von Johann Schrammel gab den Auftakt für den amüsanten Vormittag.
In typischer Schrammelmusik-Besetzung waren Peter Gillmayr (1. Geige), Kathrin Lenzenweger (2. Geige), Guntram Zauner (Kontragitarre) und Andrej Serkov (Knopfharmonika) angereist, um den Schauspieler Erwin Steinhauer zwischen seinen Rezitationen angemessen zu unterstützen, was sich als hervorragende Mischung herausstellte. Mit großer Spielfreude und Perfektion am Instrument boten die Musiker diese einst in Wien von Johann und Josef Schrammel geschaffene Musik dar und wurden auch einige Male von Erwin Steinhauer gesanglich unterstützt.
Teils recht skurrile Literatur wie die Geschichte „Die gerettete Familie“ von Ödön von Horvath oder „Bananen“ von Anton Krutisch hatte Steinhauer ausgewählt. Und natürlich durfte Karl Kraus nicht fehlen. „Frauen inspirieren Männer zu großen Taten und hindern sie, sie auszuführen“ – das hatte Kraus einmal über das weibliche Geschlecht geschrieben. Brillant rezitierte Steinhauer aus Helmut Qualtingers Theaterstück „Gemeindebau 4 Uhr früh“.
Die Geschichte „Beratungsrenitenz“ aus Dieter Hildebrandt's Buch „Nie wieder 80“ war die einzige Ausnahme im an sich Wiener Programm der fünf Künstler. Die Begegnung zwischen einem alten Schäfer im Österreichischen Brixental und einem smarten jungen Mann mit schnellem Schlitten (Unternehmensberater) war für viele Zuhörer der Höhepunkt an diesem Morgen.
 
 
Erwin Steinhauer und die OÖ Concert- Schrammeln waren zu Gast:
Lustenau. Ein herrlicher Frühherbsttag ging in der Natur zu Ende, drinnen im Reichshofsaal ging am Samstagabend aber erst eine beglückende musikalische Sonne auf und zauberte mit den Klängen der OÖ Concert- Schrammeln und der sonoren Erzählstimme des populären österreichischen Volksschauspielers und Kabarettisten Erwin Steinhauer zwei Stunden lang Freude auf die Gesichter des zahlreichen Publikums. Die von Steinhauer interpretierten Texte wurden musikalisch charmant verbrämt von den OÖ Concert Schrammeln mit Peter Gillmayr als erstem Geiger. Sie spielten Melodien von Johann Schrammel, Eduard Strauß etc. Diese Schrammeln wurden mit Spitzenmusikern 2009 neu formiert.  Erwin Steinhauer … Mit seiner höchst flexiblen Stimme und einer Riesenskala von mimischen Glanzlichtern zum entsprechenden Stimmungsgehalt der Texte begeisterte der Künstler die vergnügten Zuhörer. … Und mit viel Schmelz und Schmalz samt Lob des unvermeidlichen "Weinderls" verabschiedete sich Erwin Steinhauer auch als Heurigensänger mit "Einmal in der Wochen fall i um" und "Das Glück is a Vogerl"… Er ist somit zweifellos und rundum ein ganz echter "Weaner". (VN, September 2011)
 




Schrammelmusik ist eine für Wien typische Musikgattung des ausgehenden 19. Jahrhunderts und gilt als Wiener Volksmusik.
Sie wurde nach den Waldviertler Musikern, Geigern und Komponisten Johann und Josef Schrammel benannt, die  1878 mit dem Gitarristen Anton Strohmayer in Wien ein kleines Ensemble gründeten, mit dem sie ein volkstümliches Repertoire mit Liedern und Märschen, Tänzen und Walzern in Heurigen und Gaststätten darboten.
Nach dem Anschluss des Klarinettisten Georg Dänzer zum Orchester 1884 nannten sie sich „Specialitäten Quartett Gebrüder Schrammel“ und erlangten mit ihrer Art, Wienerlieder zu spielen, rasch große Berühmtheit.
Sie spielten nun auch in den Palais und Salons der Wiener Aristokratie und des Großbürgertums.
Der „Schrammeleuphorie“ schlossen sich als Verehrer auch Größen wie Johann Strauss und Johannes Brahms an, später sollte auch Arnold Schönberg von der Schrammelmusik schwärmen. Schon zu Lebzeiten der Brüder war das Wienerlied unter der Bezeichnung „Schrammelmusik“ bekannt.
Die Schrammelmusik wird vor allem durch die „weinende“ (raunzende), melancholische, aber trotzdem chansonartig beschwingte Instrumentierung charakterisiert.
Typische Besetzungen sind: Zwei Geigen, Kontragitarre, Klarinette (meist G-Klarinette, auch „picksüßes Hölzl“ genannt), später auch Knopfharmonika (Schrammelharmonika).
In ihrer nur sieben Jahren währenden Schaffensperiode komponierten die Gebrüder Schrammel über 200 Lieder und Musikstücke; mit diesen setzten sie der Wiener Musik einen Höhepunkt. Beide starben im Alter von erst 43 Jahren, 1893 und 1895. WIKIPEDIA

Schrammelmusik oder Die Schrammeln.  Was versteht man heute darunter?
Die häufigste Antwort darauf wäre sicherlich: Musikanten, die bei einem Wiener Heurigen von Tisch zu Tisch gehen und dort mit Hilfe der Darbietung von Wunschmelodien die Gäste unterhalten.
Doch hätten vor rund 110 Jahren die Brüder Schrammel auf diese Weise in ihrer nur siebenjährigen Wirkungszeit zu einer derartigen Berühmtheit gelangen können, dass sie zu Namensgebern typischer Wiener Volksmusik wurden und von Zeitgenossen wie Brahms oder Strauß überaus hoch geschätzt wurden?
Die Brüder Schrammel, Johann (1850 - 1893) und Josef (1852 - 1895), wuchsen in der regen Volksmusikszene des damaligen Wiener Vergnügungsortes Neulerchenfeld auf. Ihre Eltern waren beide hauptberuflich Volksmusikanten. Der Vater, Kaspar Schrammel, war Klarinettist und stammte aus dem Waldviertler Ort Litschau. Als herumziehender Musiker traf er in Wien auf Aloisia Ernst, eine stadtbekannte Volkssängerin, seine spätere Frau und Mutter der Brüder Schrammel. Sehr früh erkannte Kaspar Schrammel die hohe musikalische Begabung seiner beiden Söhne und schickte sie trotz finanzieller Entbehrungen - und was für einen damaligen Volksmusiker eine Ungeheuerlichkeit war - aufs Wiener Konservatorium. Sie erhielten beide Violinunterricht und spielten anschließend in Wiener Salon- und Theaterorchestern und als Volksmusiker in Gaststätten und Heurigenlokalen. 1878/79 gründeten sie mit dem damals besten Gitarristen Anton Strohmayer ein Terzett. Zunächst hießen sie "D´Nussdorfer", da sie hauptsächlich in dem berühmten Weinort Nussdorf auftraten. Durch die Kombination von perfekter Spieltechnik mit im Volkstümlichen wurzelnder Musikalität hatten sie außerordentlich großen Erfolg. 1884 wird das Terzett mit dem damals unbestrittenen Meister des "picksüßen Hölzls", wie die kleine G-Klarinette liebevoll genannt wurde, Georg Dänzer zum Quartett. Neben den Heurigenauftritten gaben die "Schrammeln" aber auch rein konzertante Darbietungen und spielten auf fast allen wichtigen Bällen in Wien.
Berichterstatter und Kritiker beschrieben die Produktionen der "Schrammeln" in Superlativen:
" ... Die Schrammeln haben, ganz abgesehen von ihrer Meisterschaft in der Behandlung der Instrumente, dadurch, dass sie allezeit nur Gutes boten und das Beste bieten wollen, veredelnd auf den Geschmack der großen Menge gewirkt und da sie bestimmend sind für die Menge von Sängern und Dudlern, so mussten auch diese, falls sie in der nutzbringenden Nähe der Schrammeln bleiben wollten, notgedrungen auch Besseres leisten und so hat ganz unbewusst für diejenigen, die mittaten, aber zielbewusst von den Schrammeln inauguriert, das Volksvergnügen bessere, feinere Formen angenommen, es hat sich abgeschliffen und manche Rohheit ist verschwunden, ohne dass die Herzlichkeit, die Gemütlichkeit und die Urwüchsigkeit gelitten hat. - Das ist und bleibt ein Verdienst der "Schrammeln" und auf die Gefahr hin, dass diese so bescheidenen und braven Leute auf einmal hochmütig werden, muss man es offen sagen, dass der Name dieses Quartetts von heute an in der Geschichte Wiens für alle Zeiten genannt werden wird, wenn man von der Wiener Volksmusik spricht." (Wiener "Extrablatt", 18. Aug. 1886)
 Vor allem Johann Schrammel wurde immer mehr als Komponist zahlreicher Märsche, Walzer und Polkas bekannt und geschätzt. So wirkte er 1885 an einer Ballettproduktion des Wiener Hofoperntheaters über die Geschichte des Wiener Walzers mit und wurde auch für die Betreuung des Musikteils der neu erscheinenden Zeitung "Wiener Spezialitäten" herangezogen. Das Schrammelquartett wurde in die Salons der Adeligen geladen oder von ihnen in die vornehmsten Lokale zum "Aufspielen" bestellt. Unter den damaligen Fans waren Fürstin Esterhazy, Erzherzog Johann, Kronprinz Rudolf und Kaiser Franz Joseph I. Ebenso wurden sie von zeitgenössischen Komponisten wie Johann Strauß und Johannes Brahms nicht nur gehört und bewundert, sondern auch anerkannt.
Ab 1888 gastierten die "Schrammeln" auch im Ausland und unternahmen einige Tourneereisen in Europa.
Zu Hause in Wien setzten sie ihre Auftritte in Nussdorf wieder fort, wobei der Andrang nach ihrer langen Abwesenheit so groß war, dass hunderte Menschen umkehren mussten, weil sie keinen Platz mehr finden konnten. 1891 erkrankte Georg Dänzer und schied deswegen aus dem Quartett der Brüder aus. Das "picksüße Hölzl" wurde jetzt durch den Ziehharmonikerspieler Anton Ernst (Vetter der Brüder Schrammel) ersetzt. Das spezifische Klangbild des Quartetts erlosch damit, trotzdem hielt die Popularität vorerst ungehindert an. Nachdem Anton Strohmayer aus dem Quartett ausschied und durch Karl Darocker ersetzt wurde, verschlechterte sich gleichzeitig der Gesundheitszustand von Johann Schrammel und damit auch die schöpferische Kraft des Ensembles zusehends. Am 17. Juni 1893 starb Johann Schrammel im Alter von 43 Jahren unter großer Anteilnahme durch die Öffentlichkeit und die Presse. Nach dem Tod seines Bruders setzte Josef Schrammel mit dem Geiger Knoll an seines Bruders statt das Ensemble fort. Er konnte den Erfolg des früheren Quartetts mit Auftritten in Wien und im Rahmen einer Konzertreise noch fortsetzen. Als er am 24. November 1895 starb, war die ruhmreiche Wirkungszeit des Quartetts endgültig zu Ende.
Das Werk der Brüder Schrammel, von dem die Kompositionen Johanns einen Großteil einnehmen, umfasst mehr als 250 Werke; Märsche, alle Arten von Polkas, Walzer, Tänze, Lieder und Couplets.
Die "Schrammeln" bildeten am Ausgang des 19. Jhd. den Höhepunkt der volkstümlichen Wiener Musik.
Ihre besondere Begabung und meisterhafte Spieltechnik erhoben sie über alle anderen Ensembles der Stadt. Ihre nur siebenjährige Schaffensperiode reichte aus, um den Namen Schrammel zum Begriff einer eigenen Kategorie der volkstümlichen Musik Wiens werden zu lassen. Mit dem Tod der Brüder 1893 und 1895 geriet die besondere Klangfarbe des Quartetts in Vergessenheit. Erst siebzig Jahre danach, 1964, wurden die Autographe wieder entdeckt und sind bis heute kaum aufgearbeitet.


Was ist Schrammelmusik?
Wie zum Beispiel Tango, Fado, oder Rembetiko ist Schrammelmusik in einer Stadt entstanden und sowohl Volks- als auch Kunstmusik. Dass ein ganzer Musikstil nach einem Brüderpaar benannt ist, zeigt die Ausnahmestellung der “Schrammeln” in der ohnehin schon so kreativen Musikszene Wiens Ende des 19. Jahrhunderts.
Illustriertes Wiener Extrablatt, 7. Oktober 1883: “…Da wird mit einem Fiedelbogen auf den Resonanzboden einer Geige dreimal geklopft. Drei Zauberschläge. In einem Nu ist der Lärm verstummt, eine heilige Ruhe herscht in dem Saal, der plötzlich in eine Kirche umgewandelt zu sein scheint, und aller Augen sind nach dem Podium gerichtet, auf welchem drei Männer sitzen. Zwei legen den Bogen auf die Saiten, der dritte hat die Finger auf den dicken Leib seiner Gitarre gelegt, das sind die Schrammeln. Da gibt es keine Claque, keine bezahlten Applaus-Fabrikanten, keine befreundeten Stimmungs-Erzeuger, da gibt es nur Verehrer und Fanatiker, die ernstlich bös werden können, wenn jemand während der Produktion mit dem Sessel rückt oder ein lautes Wort spricht. …” Im Jahr 1878 überredete der Geiger Josef Schrammel seinen älteren Bruder Hanns Schrammel zur Gründung eines Terzetts mit dem Kontragitarristen Anton Strohmayer, das bald mit dem Klarinettisten Georg Dänzer (Picksiaßes Hölzl) zu einem Quartett erweitert werden sollte. Später spielten die Schrammeln dann mit dem Harmonikaspieler Anton Ernst. In der kurzen Zeit ihres Schaffens (die Brüder starben 1893 bzw. 1895) entstanden viele weltberühmte Kompositionen.
Heute spielen Schrammelquartette natürlich nicht nur Kompositionen der Brüder Schrammel, sondern selbstverständlich auch von deren Zeitgenossen, großen Musikern der Zwischenkriegszeit (zum Beispiel der virtuosen Brüder Mikulas) bis zu heute komponierten Weana Tanz, Märschen, Walzern, Charakterstücken, Liedern etc.